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Die 3 größten Irrtümer über gesundes Bauen

Dass gesundes Bauen und Wohnen teuer sei, ist ein weit verbreiteter Irrglaube. Auch die Annahme, alle in Deutschland erhältlichen Bauprodukte müssten von Haus aus gesundheitlich unbedenklich sein, hält sich hartnäckig. Zeit also, sich einmal genauer mit den größten Irrtümern über gesundes Bauen und Wohnen auseinanderzusetzen …

Unser Zuhause ist nicht nur der Ort, an dem wir die meiste Zeit verbringen, sondern oft auch der einzige Ort, an dem wir selbst Einfluss auf Bauart und Materialeinsatz haben. Egal ob Einfamilienhaus oder Mehrfamilienhaus: Ein gesundes Raumklima ist und bleibt ein wichtiges Thema.

Die meisten „Häuslebauer“ und sogar Bauprofis gehen davon aus, dass die vielen Bauvorschriften sowieso automatisch ein gesundes Wohnen sicherstellen. Leider ist das nicht der Fall, im Gegenteil: Die heute üblichen dichten Gebäudehüllen sorgen dafür, dass eingesetzte Energie effizient genutzt wird – aber damit bleiben leider auch die Schadstoffe im Raum.

Über gesundes Bauen gibt es also noch so manche Vorurteile und Irrtümer. Hier die wichtigsten:

Irrtum 1:
Gesund Bauen ist teuer

Gesundes Bauen muss keinesfalls teuer sein. Wer auf Qualität beim Bauen, Sanieren und Ausbauen setzt, hat für geprüft gesündere Produkte keine oder nur sehr geringe Mehrkosten. Denn viele handelsübliche Qualitätsprodukte sind bereits geprüft.

Und die Vorteile für die Verwendung hochwertiger baugesunder Produkte liegen auf der Hand:

  • Senkung der Emissionsbelastung
  • Keine Einschränkung bei der Raumgestaltung
  • Behagliches Wohlfühlambiente und mehr Lebensqualität
  • Wertsteigerung der Immobilie

Gesundes Bauen muss also keinesfalls teuer sein. Mittel- bis langfristig steht es für Mehrwert.

Irrtum 2:
Wenn ich ökologisch baue, baue ich gleichzeitig auch gesund

Es stimmt zwar, dass die Verwendung von ökologischen Baustoffen indirekt eine gesundheitsfördernde Wirkung hat. Die Verwendung des nachwachsenden Baustoffes Holz z. B. ist ressourcenschonend, daher ökologisch und in letzter Konsequenz auch gut für den Menschen und dessen Gesundheit. Es ist auch richtig, dass ökologische Baustoffe wie Holz, Lehm, Ziegel oder Naturstein weniger Chemikalien enthalten können als konventionelle. Deshalb wird ökologisches Bauen häufig gleichgesetzt mit wohngesundem Bauen.

Auch „natürliches“ Material kann Schadstoffe emittieren

Diese Gleichsetzung stimmt aber nur teilweise. Bleiben wir beim Beispiel Holz: Holz wird nur selten völlig unbehandelt verbaut, d. h., es ist unbedingt darauf zu achten, dass Lasuren, Farben und Beizen möglichst emissionsarm und schadstoffgeprüft sind. Aber auch im unbehandelten Zustand gibt das natürliche Material oft Stoffe an die Raumluft ab, die gesundheitsbeeinträchtigend sein können wie etwa Terpene (insbesondere Nadelhölzer).

Ganzheitliche Konzepte gefragt

Das bedeutet: Ökologisch bauen heißt nicht automatisch gesund bauen. Um wirklich gesund zu bauen, benötigt es eine ganzheitliche Beurteilung der möglichen gesundheitsschädigenden Einflüsse sowie emissionsarme und schadstoffgeprüfte Bauprodukte – egal ob natürlich oder synthetisch.

Irrtum 3:
Alle in Deutschland verfügbaren Bauprodukte müssen gesundheitlich unbedenklich sein

Angesichts der sprichwörtlichen „Regulierungswut“, die der deutschen Baubranche gerne nachgesagt wird, mag man das nur zu gerne glauben. Tatsache ist, dass man eher von einer Regulierungslücke sprechen muss. Denn zum 15. Oktober 2016 wurde das bewährte Ü-Zeichen (Übereinstimmungszeichen) außer Kraft gesetzt. Es garantierte, dass ein Bauprodukt den in Deutschland geforderten gesetzlichen Bestimmungen entspricht – und damit auch schadstoffgeprüft ist.

Lücke im Gesundheitsschutz

An seine Stelle tritt nun das europäische CE-Zeichen, das jedoch nicht die gleichen hohen Mindestanforderungen stellt. Für dieses Zeichen wurden bisher auch keinerlei Kriterien für Gesundheits- und Umweltschutzaspekte festgelegt – und damit werden auch keine Schadstoffe geprüft. Es fehlt seitdem also eine einfache, transparente und verlässliche Kennzeichnung geprüfter Produkte, die alle relevanten Aspekte für gesunde Baustoffe aus einer Vielzahl von verschiedenen Zertifikaten bündelt. Und das, obwohl weiterhin das emissionsarme Bauen in den Bauordnungen empfohlen und gefordert wird. Es könnte sogar passieren, dass CE-gekennzeichnete Bauprodukte auf den Markt gelangen, die nicht den bauaufsichtlichen Anforderungen in Deutschland genügen!

Im Dschungel der Zertifikate

In der Baustoffbranche gibt es über 40 Zertifikate, Stempel und Zeichen, die es schwierig machen, den Überblick zu behalten. Vertrauen sollte man auf Prüfsiegel, die emissionsarme Baustoffe kennzeichnen und alle Produkte nach einem vergleichbaren Prüfschema bewerten. Im besten Fall nach Kriterien, die die hohen Ansprüche unabhängiger Prüfinstitutionen erfüllen.

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