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Megatrend Gesundheit: Auch beim Bauen ein Thema?

Obwohl das Thema Gesundheit ganz hoch im Kurs steht, ist schlechte und schadstoffbelastete Luft in unseren Innenräumen in der öffentlichen Diskussion bislang kaum Thema. Hohe gemessene Schadstoffemissionen in Innenräumen und ihr negativer Einfluss auf unser Wohlbefinden lassen allerdings immer wieder aufhorchen. Die neuen, energieeffizienten und dichten Gebäudehüllen verschärfen das Problem zusätzlich. Warum wohngesundes Bauen langfristig die Luft in unseren Innenräumen verbessert …

Wir essen gesund, wir treiben Sport, um körperlich gesund zu bleiben, sind „achtsam“ in Bezug auf unser seelisches Wohlbefinden – alles Trends, die sich schon seit Jahren immer stärker abzeichnen. Nie zuvor spielte die bewusste Auseinandersetzung mit Gesundheit eine derart große Rolle. Im Spannungsfeld der Entwicklung neuer Technologien, Produktionsverfahren und Materialien wächst das Bedürfnis der Menschen in den westlichen Ländern, durch „individuelles Gesundheitsmanagement“ und mittels privater Maßnahmen zufriedener, besser und länger zu leben. Dem Zukunftsinstitut in Frankfurt zufolge werden wir im Jahr 2040 endgültig in einer Gesundheitsgesellschaft angekommen sein. In einer jüngsten Trendanalyse zum Thema Wohnen hat das Institut die gesunde Luft im Innenraum sogar zu einem Schlüsselaspekt der „Zukunft des Wohnens“ erklärt. Wohngesundheit wird also eine immer wichtigere Rolle spielen. Und das ist nur folgerichtig, schließlich verbringen wir die meiste Zeit unseres Lebens in Wohn- und Arbeitsräumen.

Gesundes Raumklima: Wie gut ist unsere Luft?

Inwiefern Luft – gute Luft – für unsere Gesundheit notwendig ist, wird spätestens dann klar, wenn sie knapp wird. Immerhin atmen wir Tag für Tag Tausende Liter von Luft ein und aus (Erwachsene bis zu 16.000 Liter täglich). Da scheint es schon fast logisch, dass uns die Natur mit einem inneren Sensor ausgestattet hat, sollte die Qualität der Luft einmal nicht unseren hohen körperlichen Ansprüchen genügen. Ist die Luft nämlich „dick“ oder verbraucht, der CO2-Gehalt in der Luft also zu hoch, warnt uns unser Körper. Wir werden schlapp und müde, müssen vermehrt gähnen und bekommen womöglich Kopfschmerzen. Als natürliche Reaktion öffnen wir die Fenster und lüften oder wir treten vor die Tür, gehen an die „frische Luft“ und atmen kräftig durch.

Doch nicht immer signalisiert uns unser Körper so deutlich und unmittelbar, dass uns die umgebende Luft nicht gut tut. Dass etwas buchstäblich in der Luft liegt, merken wir möglicherweise erst nach Wochen oder Monaten. Smog und eine erhöhte Feinstaubbelastung sind bekannte Beispiele, die vor allem in Großstädten nachweislich die Gesundheit beeinträchtigen. Doch auch innerhalb von Gebäuden kann es z.B. durch Schadstoffemissionen der verwendeten Baumaterialien zu einem ungesunden Raumklima kommen.

Dieser gesundheitliche Aspekt gewinnt zusätzlich an Bedeutung, wenn wir uns vor Augen führen, dass wir etwa zwei Drittel unseres Lebens in Innenräumen verbringen und hier die Luft über die Atmung und über die Haut aufnehmen. Es ist also an der Zeit, sich gründlicher mit der Luft und den möglichen schädigenden Emissionen in unseren Gebäuden auseinanderzusetzen.

 

Energiesparen versus Gesundheit?

Ein Haus zu bauen oder zu renovieren, das sich ressourcenschonend heizen lässt und dank einer guten Isolierung und Abdichtung die Wärme hält, wurde spätestens seit den 90er-Jahren zum erklärten Ziel am Bau. Dies steht nicht zuletzt im Zusammenhang mit der Energiewende und insbesondere den europäischen bzw. deutschen Klimaschutzzielen. Eines davon lautet zum Beispiel, dass bis 2020 die Energieeffizienz von Gebäuden um mindestens 20 Prozent gesteigert werden soll. Klimaschutz ist unerlässlich – für uns und für künftige Generationen. Dass jedoch ausgerechnet die energieeffiziente Bauweise mit ihren dichten Gebäudehüllen zu einem Ungleichgewicht in den Innenräumen führt, ist die Kehrseite der Medaille. Unsere Gesundheit ist dabei gleich doppelt betroffen:

Erstens führt die bessere Wärmedämmung von Wänden, Türen und Fenstern dazu, dass der natürliche Luftaustausch verhindert wird. Für ein angenehmes Raumklima muss deshalb eine sorgfältige Wohnraumlüftung erfolgen, damit der Abtransport von verbrauchter Luft und Feuchtigkeit bei gleichzeitig geregelter Frischluftzufuhr gewährleistet ist. Ansonsten können zu viel Feuchtigkeit, Schimmelbildung oder gar Fäulnis die Folge sein. Zweitens führt ein unzureichender Luftaustausch auch zu einer erhöhten Konzentration von Schad- und Geruchsstoffen in den Innenräumen. Zwar mag es in Omas altem Haus, im unsanierten Büro- oder Schulgebäude zugig oder kalt gewesen sein – etwaige schädliche Emissionen und Feuchtigkeit wurden durch die undichten Gebäudehüllen jedoch permanent herausgelüftet.

Gesundheit als neue Schlüsselressource der Zukunft

Wie also kann Energieeffizienz beim Bauen und Sanieren mit den hohen Ansprüchen an unsere Gesundheit in Einklang gebracht werden? Neben der Erstellung und Weiterentwicklung ganzheitlicher Bau- und Energiekonzepte wird man vor allem nicht umhinkommen, auf geprüfte, emissionsarme und auf die Gesamtsituation abgestimmte Baumaterialien zurückzugreifen. Auf diese Weise kann die Schadstoffbelastung im Innenraum bei gleichzeitigem Erhalt der Energieeffizienz verringert, das Gleichgewicht zwischen Innen und Außen hergestellt und das Wohlbefinden insgesamt verbessert werden.

 

Unsere vier Wände

Natürlich sollten gerade in unseren eigenen vier Wänden Emissionen gering gehalten werden. Die Verwendung emissionsarmer Baumaterialien steht dabei an vorderster Stelle. Ausreichendes Lüften kann zwar kurzfristig für frische Luft und die Abfuhr etwaiger Emissionen sorgen, doch langfristig bleiben die Schadstoffe im Raum. Dazu kommt, dass gerade bei Berufstätigen im Arbeitsalltag ein regelmäßiges Stoßlüften der Wohnräume tagsüber nicht möglich ist. Zudem wird oft witterungsbedingt, etwa bei Minusgraden, oder baubedingt, wenn z. B. kein Querlüften möglich ist oder sich aus Sicherheitsgründen Fenster nicht öffnen lassen, auf das Lüften der Räume verzichtet. In solchen Fällen wird besonders deutlich, wie wichtig es ist, emissionsarme Baustoffe zu verwenden, um langfristig für ein gutes Raumklima zu sorgen, das unsere Lebensqualität maßgeblich verbessert und unsere Gesundheit erhält.

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